Angewandte Geowissenschaften - Aquatische Geochemie und Hydrogeologie

Geologische Daten zur Prozessparametrisierung

Die Dimensionierung von Maßnahmen zur Untergrundnutzung und Risikoabschätzungen kann substanziell durch numerische Szenariosimulationen unterstützt werden. Diese Simulationen sind jedoch nur dann belastbar, wenn die geologischen Eingangsparameter für die Simulationen hinreichend bekannt sind. Realistische Auswirkungsprognosen für Energie- und Massenspeicherung im Untergrund bedürfen daher quantitativ und qualitativ geeigneten geowissenschaftlichen Parametern, die u.a. von den Staatlichen Geologischen Diensten gesammelt, ausgewertet und verwertet werden.

Während in Genehmigungsverfahren zumeist eine ortskonkrete Quantifizierung der Auswirkungen einer spezifischen Untergrundnutzung erforderlich ist, wofür in der Regel ortskonkrete Geodaten durch den Antragsteller des Verfahrens zu erheben sind, kann für andere Ansätze auch eine lückenhafte Datenbasis zunächst hinreichend sein. In diesem Fall kann die Berechnung von Auswirkungsprognosen von Untergrundnutzungen auf der Kenntnis zumindest realistischer, besser aber für bestimmte Regionen oder geologische Einheiten typischer, Parameterwerte nach dem Beispiel „Virtueller Aquifere“ erfolgen. Dieser Ansatz ermöglicht räumlich unabhängige, Prozess orientierte Computersimulationen und verwendet virtuelle Realitäten in Form eines synthetischen Aquifermodells zur Untersuchung des Einflusses von Parametervariationen auf potenzielle Effekte auf den Untergrund, beispielsweise im Zusammenhang mit der unterirdischen Energie- und Massenspeicherung. Praktische Anwendung findet dieser Ansatz beispielsweise in Form von Sensitivitätssudien, als ein Werkzeug zur Verbesserung eines Prozessverständnisses oder unterstützend für den Test von Monitoring Strategien basierend auf realistschen Modellsimulationen.

Untersuchungsergebnisse zu spezifischen Fragestellungen dieses Themas sind hier veröffentlicht.